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Vergleichbare Experimente

Dass jeder Mensch zu Fernwahrnehmung und Zeitreisen fähig ist, zeigen breit angelegte Forschungen in den USA.

Helen Wambach, eine amerikanische Psychologieprofessorin, benutzte dieselbe Entspannungstechnik viele Jahre, um ihre Versuchspersonen auf Zeitreisen in die Vergangenheit zu schicken. In ihrem Buch „Seelenwanderung“ (München, 1984) berichtet sie von einem Großversuch, bei dem sie gruppenweise insgesamt 1.100 Versuchspersonen in deren frühere Leben „zurückführt“ und ihnen dabei zu verschiedenen Themen Fragen stellt. Diese Fragen betrafen das Geschlecht der Versuchspersonen in einem früheren Leben, ihre äußere Erscheinung, die Kleidung, die Landschaft, in der die Versuchsperson in einem früheren Leben wohnte, Details aus dem täglichen Leben, wie Essgeschirr, Nahrung, ihre Beschäftigung als Kinder und als Erwachsene und schließlich die Ursache ihres Todes.

Helen Wambach forderte die Probanden während der Zeitreise dazu auf, sich den Ort und die Zeit – nach heutiger Zeitrechnung – zu erinnern. Jede Person nahm an vier Sitzungen teil, bei der jedes mal ein anderer Zeitabschnitt von einigen hundert Jahren auf vergangene Inkarnationen abgesucht wurde. Jede Versuchsperson beantwortete den Fragebogen mit ihren Beobachtungen während der Zeitreise und so entstand aus einem Mosaik von über tausend Berichten ein Überblick über die kulturellen Veränderungen der letzten 4.000 Jahre.

Aus diesen Berichten und deren zeitlicher Zuordnung konnte sie dann Diagramme erstellen über die Entwicklung von Bevölkerungswachstum, Ernährungsgewohnheiten, Bekleidung, Essgeschirr und Todesart. Die daraus resultierenden Entwicklungsverläufe stimmen ihrer Meinung nach überein mit jenen, die Historiker und Archäologen ausgearbeitet hatten. Erstaunlich ist auch, dass die Zeitreisenden, die von ihnen erinnerten früheren Leben gleichmäßig auf weibliche und männliche Inkarnationen verteilten; über den Zeitraum von 4.000 Jahren weicht das Verhältnis der Geschlechter nie mehr als 5% von der Hälfte ab.

Für Helen Wambach ist dies „der überzeugendste Beweis, dass Menschen, die man hypnotisiert und in ihre früheren Existenzen führt, über die Vergangenheit Zutreffendes berichten.“ (S.134)
Dafür, dass sich ihre Zeitreisenden diese „Erinnerungen“ nicht einfach ausgedacht hatten, spricht auch, dass ihre Erlebnisse oft dem widersprachen, was sie sich selbst unter einer bestimmten Epoche vorgestellt hatten. Es kommen darin auch kaum historisch bekannte Ereignisse und Personen vor, also die Anhaltspunkte, die unser Verstand einer bestimmten Zeit zuordnen würde. Die meisten erzählten von einem recht bescheidenen, durchschnittlichen Leben. Phantasie scheint kaum im Spiel gewesen zu sein, sonst hätte wohl mancher dem Bedürfnis nachgegeben, sich ein bedeutenderes Leben auszudenken.

Russel Targ und Harold Puthoff führten in den siebziger Jahren am Labor für Elektronik und Biomechanik des Stanford Research Institute eine Testreihe zur Demonstration von Fernwahrnehmung (remote viewing) durch. Fernwahrnehmung heißt hier, dass eine Person telepathisch sehen kann, was eine andere Person zur selben Zeit an einem anderen Ort betrachtet. Während die Versuchsperson sich in einem verdunkelten Raum soweit entspannt, dass der innere Gedankenfluss nachlässt, erhält eine zweite Person die Aufgabe, sich zu einem nahe gelegenen Ort zu begeben. Dort konzentriert sie ihre Blicke auf ein bestimmtes Objekt, eine Kirche, eine Brücke, oder auf ein Gerät, eine Bohrmaschine, einen Fotokopierer.

Zur selben Zeit versucht die Versuchsperson in ihrem meditativen Zustand Bilder und Eindrücke zu empfangen. Was sie sieht, beschreibt sie auf Tonband oder macht Skizzen. Zum Beispiel so: „Kasten, aus dem Licht dringt… er ist matt schwarz lackiert und steht mitten im Raum „. Dies ist das Bild, das die Versuchsperson empfängt, als die andere Person das Sichtgerät eines Computers anschaut. „Da war eine starke Lichtquelle, die ein Fenster gewesen sein könnte und eine Arbeitsfläche“. Hier war das Zielobjekt ein Fotokopierer gewesen. Nur selten konnte die Versuchsperson den Gegenstand oder den Ort benennen – wohl aber beschreiben. Diese Beschreibungen sind zwar recht ungewohnt, aber doch zutreffend, wie man an diesen Beispielen sehen kann. Russel Targ stellt denn auch fest, dass die Information „dem Wesen nach nicht analytisch ist und sich auf Gestalt, Form, Farbe und Material bezieht und nicht auf Funktion und Bezeichnung.“ Dies, meine ich, lässt sich genauso auch bei den Berichten meiner Zeitreisenden beobachten. Targ schließt daraus, „dass dies für die rechte Gehirnhälfte charakteristisch ist.“ Man sagt, „dass die linke Hemisphäre vorwiegend verbale und andere analytische Funktionen, während die rechte hauptsächlich für räumliche und ganzheitliche Vorstellungen zuständig ist.“

Dass es vielleicht eine telepathische Übertragung von Eindrücken gibt, kann man sich vorstellen, so wie man ja auch oft im täglichen Leben beobachtet, das zwei Personen zur selben Zeit den gleichen Gedanken haben. Hier geschieht aber anscheinend etwas anderes: Es zeigte sich, dass ihr Standort manchmal nicht mit jenem des Betrachters vor Ort übereinstimmte. „Sie konnten ihren Blickwinkel so verändern, dass sie Bestandteile einer Szene beschreiben konnten, die für einen am Boden stehenden Betrachter nicht sichtbar waren „, als ob sie nicht die Bilder des Betrachters am Ort empfingen, sondern sich am selben Ort wie ein freischwebendes „geistiges Auge“ umsehen konnten.

Zu Beginn waren Puthof und Targ etwas kleinmütig; sie führten die Experimente zuerst nur mit Personen durch, die für ihre medialen Fähigkeiten bekannt waren. Bald aber stellten sie fest, dass ganz normale Versuchspersonen ebenfalls gute Resultate brachten. „Jeder hat den 6. Sinn“ ist denn auch der Titel des Buches, in dem sie ihre Experimente schildern. „Wir haben bis heute keinen Menschen gefunden, der unfähig war, Fernwahrnehmung zur Zufriedenheit zu demonstrieren. Natürlich sind die Einzelnen unterschiedlich begabt, – das ist beim Singen und Klavierspielen nicht anders – (…) Die Anzeichen sprechen dafür, dass es sich um eine weitverbreitete menschliche Fähigkeit handelt.“ (Russel Targ & Harold Puthoff, „Jeder hat den 6. Sinn“, Köln 1977) (diese Zitate aus „Proceedings of the lEEE,“ März 1976 : Puthoff & Targ: „Perceptual channell for information transfer“)

Das Verdienst von Puthoff und Targ und von Helen Wambach ist, gezeigt zu haben, dass Fernwahrnehmung und Zeitreisen Fähigkeiten sind, die jedem Menschen innewohnen. In der westlichen Zivilisation mit ihrer hoch entwickelten technischen Telekommunikation kommt man kaum in die Situation, die eigenen Fähigkeiten dafür einzusetzen. In Büchern wie „Rolling Thunder. Erfahrungen mit einem Schamanen der neuen Indianerbewegung“ von Doug Boyd (München, 1978) kann man lesen, wie Indianer heute noch einander Nachrichten über Hunderte von Meilen auf diese Weise zukommen lassen.

“Außersinnliche“ Fähigkeiten zu haben scheint davon abzuhängen, ob man in einer Situation lebt, in der man diese notwendig braucht und sie somit auch hat.Sie beschränken sich nicht auf „Hellseher“ – nein, diese Möglichkeiten haben wir alle! Die Aufgeregtheit von Anhänger außersinnlichen Fähigkeiten wie auch deren Gegner, reflektiert lediglich ihr gestörtes Verhältnis dazu.

Bleibt die Frage, welches Organ für diese Fähigkeit zuständig ist. Targ und Puthoff und auch Helen Wambach schreiben diese Funktion der rechten Gehirnhälfte zu, da die Beschreibungen bei Zeitreisen und Fernwahrnehmung ihrer Struktur nach der Arbeitsweise der rechten Gehirnhälfte entsprächen. Würde man während eines Experiments die Gehirnströme messen und vergleichen, könnte man diese These überprüfen.

Esoterische Schulen halten die Zirbeldrüse, die Epiphyse, die sich übrigens ab dem 7. Lebensjahr zurückbildet – für das entscheidende Organ. Ihrer Erfahrung nach verstärkt sich die Fähigkeit der außersinnlichen Wahrnehmung, wenn man mit regelmäßigen Übungen die innere Aufmerksamkeit auf den Punkt hinter der Nasenwurzel, beziehungsweise. in der Kopfmitte konzentriert. (Boris Sacharow „Das Öffnen des dritten Auges“ München 1969) Wie aber dieses Organ physiologisch das Phänomen der Fernwahrnehmung oder Präkognition bewerkstelligt, bleibt auch bei ihnen eine offene Frage.

Alle hier vorgestellten Experimente haben eines gemeinsam: sie beginnen damit, dass die Versuchsperson in einen entspannten Zustand gebracht wird, dass beide Gehirnhälften den Alpha-Rhythmus annehmen. Dieser langsame und ausgeprägte Impuls sorgt dafür, dass beide Gehirnhälften optimal verbunden sind. Und es bewirkt auch eine Interaktion höherer und niederer Gehirnzentren, also auch zwischen Kortex und Epiphyse, welche zum ältesten Teil des Gehirns gehört. Voraussetzungen für Zeitreisen und Fernwahrnehmung sind damit physiologische, hormonelle und elektrische Vorgänge im Körper – und diese sind messbar.

Noch werden Präkognition und Fernwahrnehmung in der westlichen Kultur als abstrus und mysteriös ausgegrenzt; ich glaube aber, dass weitere Beobachtungen von psychologischen und physiologischen Vorgängen uns nach und nach dazu bringen werden, diese „übernatürlichen“ Fähigkeiten eben auch als natürliche verstehen zu lernen.

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