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Tiere

Aus der Liste der ausgestorbenen wie der überlebenden Tierarten schließen Geologen auf Ursache und Wesen einer Katastrophe. Hier überleben Tiere, die sich nicht von Gras oder von Grasfressern ernähren und die vor Strahlung geschützt leben, resp. strahlungsresistent sind.

Viele Menschen sterben, entweder in der Flutwelle, die die Städte entleert und ganze Landstriche abräumt, oder in den giftigen Gasen, den Glutwolken und dem Ascheregen der Vulkane, ebenso überleben auch von den Tieren nur wenige. Welche Arten überleben in den extremen Bedingungen nach der Katastrophe? Die Probandinnen berichten:

„Ratten“ „Sandwürmer“ (Hella) „Würmer im Sand“ (32) „Kleine Tiere, so wie Mäuse und Frösche“ (Gabriele M.) „Mausartige Tiere, Igel; alle unter der Erde. Die Tiere fraßen sich nicht, alle „vegetarisch“ (Inge 82) „Es gibt keine großen Tiere… eher so kleine runde Tiere, mit Pelz, runden Ohren, spitzer Schnauze; Biber, Dachse, und so was wie ein kleines Känguru. Stachelschweine könnte ich mir vorstellen“ (Gabi) „Insekten“ (Inge 82) „kleine Tiere, Insekten“ (Isolde)

Zusammenfassend kann man sagen: es gibt
– Insekten und Insektenfressende Tiere z.B. Frösche, sowie
– Würmer und
– Nagetiere, die sich z.T. von Würmern und Insekten ernähren.
Es fehlen alle Säugetiere größer als Ratten: Katzen, Hunde, Schafe, Kühe, Pferde.

Geologen rekonstruieren Ursache und Wesen einer geologischen Katastrophe auf Grund der Eigenschaften der ausgestorbenen, wie auch der überlebenden Tierarten. So können auch wir aus der obigen Zusammenstellung überlebender Tiere Rückschlüsse ziehen.

Welche Tiere könnten zum Beispiel einen Atomkrieg überleben? Als vom Max Planck Institut die Folgen eines Atomkriegs untersucht wurden, wusste man noch nichts von einem „nuklearen Winter“ und berücksichtigte allein die Strahlung:
Schwein, Hund, Esel, Affe und Mensch sterben bei einer Strahlungsmenge von 200 – 650 rad; Ratte, Kaninchen und Huhn vertragen 600 – 1.000 rad; der Wassermolch stirbt erst bei 3.000 rad, die Schnecke bei 8.000 20.000 rad und auf die Wespe haben selbst 100.000 rad keinen Effekt. (aus „Kriegsfolgen und Kriegsverhütung“ Hrsg. von Carl Friedrich von Weizsäcker, S.649, Aufsatz von U. Pfau) Man könnte meinen, dass ein Tier umso mehr Radioaktivität ver-trägt, je älter es geologisch gesehen ist, als ob nur jene Tiere aus alter Zeit bis heute überlebt haben, die auch starke Strahlung überstanden. Offen bleibt, ob man die Strahlenunempfindlichkeit der Wespe auch bei anderen Insekten erwarten kann, und ob außer Schnecken auch ande-re Weichtiere bis zu 20.000 rad ertragen. In diesem Fall hatte diese Liste einige Ähnlichkeit mit jener, die sich aus den „Zukunftsreisen“ ergibt. Daraus könnte man auf radioaktive Strahlung in Folge eines Atomkriegs, aber ebenso auf erhöhte kosmische Strahlung schließen, wie sie im Kapitel „Strahlung“ die Versuchspersonen beschreiben.

Nagetiere sind ja nicht besonders strahlungsunempfindlich, wie überleben sie dann? Die meisten leben in Höhlen und sind nachtaktiv und damit der direkten Strahlung der Sonne viel weniger ausgesetzt als andere Tiere!

Im Kapitel „Paradigmenwechsel in der Geologie“ ist ein weiteres Szenario beschrieben, das das Überleben speziell dieser Tiere erklären würde: ln der Katastrophe beim Übergang von Kreide zu Tertiär starben alle Landtiere aus, die schwerer als 25 kg waren, beispielsweise die Dinosaurier. Man nimmt an, dass ihr Futter, die Grünpflanzen, abstarben in den Monaten, als das Sonnenlicht durch die Wolken aus dem Asteroideneinschlag abgehalten wurde. So verhungerten die grasfressenden Tiere und schließlich auch die Raubtiere, deren Beute sie gewesen waren. Übrig blieben Arten, die sich nicht ausschließlich von Grünzeug oder Fleisch ernährten – und das sind viele: Insekten, Würmer, Schnecken und Nagetiere, all jene, die die Versuchspersonen aufgezählt hatten.

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Zeichnung und Text aus Maria Cassani & Laura Rinatti „Nagetiere“ Herder Verlag, Freiburg, 1978, mit freundlicher Genehmigung.

„Sehr komplizierte Baue haben die Nagetiere, die nur wenig an die Erdoberfläche kommen, wie z.B. die Blindmäuse und die amerikanisch Taschenratten. Die Blindmäuse leben in den Steppen und Kulturlandschaften. In ihrem tief gelegenen Gangsystem befinden sich Nest- u Vorratsräume. Zudem gibt es Kammern, die zur Ablage der Exkremente dienen. Die verzweigten Futtergänge verlaufen auf Höhe der Pflanzenwurzeln. Die Gangsysteme der Taschenratten sind ähnlich angelegt.“

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Zeichnung und Text aus Maria Cassani & Laura Rinatti „Nagetiere“ Herder Verlag, Freiburg, 1978, mit freundlicher Genehmigung.
Die Grafik zeigt Schematische Darstellung von verschiedenen Lebensräumen der Nagetiere.

Flüsse und Seen: 1 Biber, 2 Nutria, Schermaus
Gebirge: 4 Murmeltier, 5 Schneemaus
Tundra: 6 Lemminge, 7 Langschanzmaus
Wälder: 8 Waldlemming, 9 Flughörnchen, 10 Eichhörnchen, 11 Siebenschläfer, 12 Gartenschläfer, 13 Feldmaus, 14 Stachelschwein
Steppen&Prärie: 15 Präriehund, 16 Ziesel, 17 Blindmaus, 18 Hamster
Wüsten: 19 Wüstenspringmaus, 20 Wüstenkänguruhratte

Biber: Seine Nahrung sind Wasserpflanzen und die Rinde von selbst gefällten Bäumen. Er wohnt in einer selbstgebauten Wohnhöhle, deren Einschlupf unter der Wasseroberfläche liegt; er ist hauptsächlich nachtaktiv.

Stachelschwein: Ernährt sich von Nüssen und Früchten ebenso wie von Fröschen. Am Tag versteckt es sich in Höhlen und kommt erst bei Sonnenuntergang heraus.

Murmeltier: es lebt gerne in Felsen, ist tagaktiv, macht aber einen langen Winterschlaf. Im Spätsommer beginnt es zu heuen: es beisst Gräser ab, lässt sie trocknen und bringt das Heu als Winterfutter und als Auspolsterung in die Wohnhöhle, wo es in großen Kolonien unter der Erde lebt.

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Foto: Mara (Pampashase)  dolichotis patagonum,  Jastrow 2006 Public Domain

Mara: Es lebt in den Steppen Argentiniens, frisst Wurzeln und Rinden, lebt aber in Höhlen.

Präriehund: ähnelt dem Murmeltier, ist aber schlanker und nur 30 cm groß und lebt in den Grassteppen Nordamerikas. Auch er hält Winterschlaf, ernährt sich von Gräsern und Wurzeln, lebt in großen Kolonien unter der Erde, ist tagaktiv.

Feld-Waldmaus: sie ernährt sich von Beeren, Würmern, Insekten, Nüssen und Pflanzentrieben, ist dämmerungs- und nachtaktiv.

Es sind die Tiere, die in der Welt danach gesehen wurden, darunter sogar „so was wie ein kleines Känguruh“, nämlich die Känguruhratte und das Stachelschwein– auch ein Nagetier!

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Känguruhratte, Foto: US Fish & Wildlife photo (Public Domain)
Sie lebt in tiefen Höhlen, in denen Sie auch Vorräte hortet: Samen, Früchte, Blätter und Insekten.

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