Aber auch die Menschen in sehr heißen Gebieten flüchten unter die Erde; z.B. die Berber in der Wüste südlich von Tripolis. Diese Wohnstätten sind 6-8 Meter tief unter der Erde in den Fels gehauen. Andere Volker in den heißen Gegenden Afrikas behelfen sich mit dickwandigen, fensterlosen Lehmhütten und Lehmburgen und mit meterdicken Dächern aus Schilf oder Stroh, um die Hitze abzuhalten. Diese Wohnformen finden sich in Gebieten mit 30°C Juli-Durchschnittstemperatur in Afrika und in den USA, wo in Arizona und New Mexico die Hopi, Zuni und Navajoindianer leben.

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Nachbau eines Navajo Frauen-Hogan in New Mexico Foto: C. Perincioli

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Dachkonstruktion eines Frauen-Hogan in New Mexico Foto: C. Perincioli

Die Navajo benutzen als Winterwohnung den ‚Hogan‘, ein Kegel oder pyramidenförmiges Holzgerüst für den Männer-Hogan, das mit Erde und Steinen bedeckt wird. Der Frauen-Hogan ist kuppelförmig und erfordert eine anspruchsvoller Dachkonstruktion

Hopi und Zuni wohnen in ‚pueblos‘, Siedlungen aus eng aneinander gebauten, fast fensterlosen Lehmhäusern. Sie kennen aber auch einen unterirdischen Raum, die ‚Kiva‘, die heute aber nur religiösen Zwecken dient, als Durchgangsort zwischen den drei Welten, jener der Geister, der Menschen und des Himmels. Die Mythen der Hopi berichten, dass Sotuknang, der Erschaffer der Welt, als er die erste Welt zerstörte um eine neue zu erschaffen, einige Menschen retten wollte. Er sprach zu ihnen:

„Nun werdet ihr in die Ameisenkiva hinabsteigen, wo ihr in Sicherheit sein werdet, wenn ich die Welt zerstöre. Während ihr hier seid, sollt ihr etwas von diesen Ameisen lernen. Sie sind fleißig, sie sammeln im Sommer Nahrung für den Winter. Sie habe es kühl, wenn es warm ist und warm, wenn es kalt ist.“ Dann ließ er vom Himmel Feuer regnen und öffnete die Vulkane. (Frank Waters, „Das Buch der Hopi, Köln, 1983, S.29)

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Historische Kiva in Bonito, New Mexico Foto: C. Rentmeister

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Restaurierte grosse Kiva in Aztec, New Mexico Foto: C. Perincioli

Die Menschen in der „ferneren Zukunft“ aber leben wieder in Häusern: In Silvias Bericht werden diese nicht näher beschrieben, Carsten bezeichnet sie als „einfache Hütten“, Karin aber berichtet: „Sie hatten Häuser aus gehobelten und aus ungehobelten Bäumen. Das Priesterinnenhaus war sowohl-als-auch und größer als die anderen. (…) Das Priesterinnenhaus hatte mehrere Etagen, die mit Treppen verbunden waren, die anderen Hauser hatten einen durchgehenden Raum und schräge Dächer drauf, rechteckige Häuser.“

Die Übereinstimmung darin, dass sich die Menschen in einer ferneren Zeit nach dem Umbruch wieder an die etwas wohnlicheren Bauweisen erinnern und keineswegs fortfahren „unter der Erde zu leben“ zeigt noch einmal, dass es nach der Katastrophe einen ganz bestimmten Grund, oder auch mehrere Gründe für diese Wohnform gab, Gründe, die später wegfielen.

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