„Ich war wie eine Aura, oder ein Magnetfeld; ich konnte mich groß und klein machen und fliegen. Ich fühlte mich toll.“ (Inge 82)
„Ich sah mich nicht mehr, weiß nicht, ob ich noch da war. Keine Furcht. Mehr beobachtend.“ (8)

Auch in meinen eigenen Erlebnissen während der Zeitreise bemerkte ich diese zwei unterschiedlichen Perspektiven: während der Zeit der Katastrophe hatte ich mich eindeutig als Beteiligte, als Lebende gesehen. Ab der Frage, „wie sieht die Erde danach aus?“, sah ich alles von oben, erlebte mich nie mehr als Handelnde und nie in einem Körper – was bei den Berichten anderer oft der Fall war. Habe ich also nicht überlebt? Bin ich irgendwo auf der Strecke geblieben?

Freilich kann man sich intellektuell sagen, das der Tod nichts Schreckliches ist – eine ganz andere Sache ist es aber, diese Einsicht nicht nur gedacht, sondern einmal auch wirklich empfunden zu haben; die Erfahrung selber zu machen, wie wenig beunruhigend diese Frage, ob ich lebe oder tot bin, sein kann.

Ebenfalls dokumentiert wird der beginnende Wiedereintritt ins Leben: zwei Frauen beschreiben ihre Situation als Embryo. Sie bestätigen, was Helen Wambach in ihrem Buch „Leben vor dem Leben“ (München 1980) feststellt, nämlich, dass die Seele vor der Geburt noch nicht so fest mit dem neuen Körper verbunden ist, sondern auch noch sehen kann, was außerhalb vor sich geht:
„Ich bin in der Gebärmutter, die warm und feucht ist. Von außen/oben schaue ich mir das Durcheinander an. In der Großstadt habe ich die Kämpfe der Leute gesehen. Leute im Zug, sie kämpfen.“ (66)
„Sah mich wie in einer Blase mit Nahrung und Wärme und ohne so recht an der Katastrophe teilzunehmen (beschrieb aber viele Situationen außerhalb). Zwischendurch dachte ich, ob ich wohl tot sei, aber es war wie ein Zustand, in dem man neu Kraft schöpft und danach geht es weiter.“ (26)

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